1794 marschierten die Franzosen in Neuss ein. Um den Handelsweg über die Niederlande zu umgehen, plante Napoleon Bonaparte einen Kanal von Neuss bis Antwerpen und initiierte mit dem Bau einer Wasserstraße zwischen Rhein und Maas, dem „Grand Canal du Nord“, vor rund 200 Jahren ein ehrgeiziges, allerdings nie vollendetes Projekt. An der Kreuzung des Nordkanals mit der Obererft entstand 1809 ein vorher noch unbekanntes Bauwerk, das sog. Epanchoir.

Das Epanchoir ist ein raffiniertes Staubecken mit Schleusenwerk, das den Wasserfluss der beiden Fließgewässer reguliert. Das war sowohl für die Schiffe auf dem Nordkanal als auch für die Mühlen im Bereich des Obertors notwendig.

Nach einer dreijährigen Bauzeit bis 2017 wurde dieses Bauwerk aufwendig freigelegt und rekonstruiert. Somit gehört das größte technische Bodendenkmal am Niederrhein nun zu den Schätzen historischer Sehenswürdigkeiten in Neuss.