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04.04.2011
Neuss (NGZ). Er war der Star, musste sogar Autogramme geben: Professor Dietrich Grönemeyer hat am Freitag Neuss besucht und auf dem medizinischen Fachkongresses "symit" zum Thema minimal-invasive Therapie gesprochen.
Es war für ihn sein erster Besuch in Neuss ("Ich bin bisher nur einmal durchgefahren"), aber kein zufälliger. Denn Gebhard Schmid, Chef der Radiologie am Johanna-Etienne-Krankenhaus und Leiter des Kongresses, hat seine Karriere bei Grönemeyer begonnen und ihm sogar eine seiner besten Mitarbeiterinnen "weggeschnappt", wie der Professor launig erzählte.
1991 hatte der Neusser Arzt an Grönemeyers Institut in Mühlheim an der Ruhr (heute in Bochum) angefangen, noch als Arzt im Praxisjahr. Dort fesselten ihn zwei Dinge: Die Pionierarbeit in der minimal-invasiven Therapie - medizinische Geräte oder Katheter werden dabei in so geringem Maße wie möglich in den Körper eingeführt - begeisterte den jungen Arzt, genauso wie seinen Lehrer Grönemeyer. Und nach einem halben Jahr tat es Schmid eine Kollegin, die medizinisch-technische Assistentin Ina, an. Sie wurde später seine Frau und kam mit dem Buch "Der kleine Medicus" ihres ehemaligen Chefs Grönemeyer ins Zeughaus, um es sich für die Tochter signieren zu lassen.
Es ist das bekannteste Werk des 58-jährigen Grönemeyer, der die Entwicklung der von ihm begründeten Mikrotherapie in einem Vortrag vor etwa 70 Ärzten und Therapeuten Revue passieren ließ.
Etwa 150 Teilnehmer kamen zu dem Symposium des Johanna-Etienne-Krankenhauses, das bis Samstag lief. Mit Grönemeyer hatte der zehn Jahre jüngere Weggefährte Schmid einen der hochkarätigsten Gastredner für die Fachtagung gewonnen. "Er hat einen Tag vor Heiligabend zugesagt", sagt Schmid. "Ganz spontan", sagt Grönemeyer. Bei seinem Terminkalender ist so ein Vorlauf tatsächlich spontan.
Das Fachpublikum interessierte derweil kaum, dass der Redner der Bruder des Musikers Herbert Grönemeyer ist. "Das war früher am Institut auch schon immer so", erinnert sich Ina Schmid. "Wenn ihn Patienten fragten, ob er der Bruder von Herbert Grönemeyer sei, hat er geantwortet: ,Nein, er ist mein Bruder. Ich bin der Ältere'." Für sein Institutsteam hat der Professor dennoch stets Konzertkarten besorgt.