Zum Abschluss der Führungsreihe durch die Neusser Natur begeben wir uns auf Spurensuche nach Relikten aus napoleonischer Zeit. Wer von Süden oder von Westen her in die Neusser Innenstadt kommt, quert den Lauf des Nordkanals.

Napoleon gab den Bau des "Grand Canal du Nord" vor rund 200 Jahren in Auftrag. Auf einer Länge von 160 Kilometern sollte diese künstliche Schifffahrtsverbindung den Rhein mit der Nordsee bei Antwerpen verbinden. Für die damalige Zeit war dies ein gigantisches und ehrgeiziges Kanalbauprojekt. Es wurde aufgrund geopolitischer Veränderungen allerdings nur in Teilstücken realisiert, so auch ein Abschnitt von Neuss bis Neersen. Klaus Karl Kaster und Dr. Dieter Hupka stellen gemeinsam vor, was aus Napoleons Zeit bis heute geblieben ist. Mit dem Rad wird eine Wegstrecke von ca. 6 km auf Neusser Stadtgebiet erkundet.

An der Stelle, wo der Nordkanal mit der Obererft kreuzte, bauten französische Ingenieure ein zweischleusiges Wasserkreuzungsbauwerk, das sog. Epanchoir. Das Schleusensystem regulierte zum einem den Wasserzufluss von Obererft in den Kanal. Zum anderen diente das Epanchoir der Versorgung der Neusser Wassermühlen. In den vergangenen zehn Monaten ist das historische Ingenieurbauwerk denkmalpflegerisch instand gesetzt worden. Diese Rekonstruktion, mit der nun ein Stück französischer Geschichte und Ingenieurskunst in Neuss erlebbar gemacht worden ist, wird ausführlich erläutert.